Aufarbeitung des Aufenthaltes vom 03.11.2019 – 02.12.2019 und Planung des nächsten Einsatzes 2020 / 2021

14.07.2021

Direkt nach dem Bericht der BZ vom 05.07.2021 gingen bei mir zwei Bar-Spenden über € 500 und € 100 ein. Ein großes Dankeschön an die Spender, darunter ein Patienten-Ehepaar aus Irland!

Die Spenden wurden inzwischen weitergeleitet und werden mit Sicherheit an der richtigen Adresse in Dhulikhel zum Einsatz kommen. Nebenbei bemerkt, ein Verwaltungsaufwand entsteht bei diesen Spenden nicht, alle Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich!

05.07.2021

Bericht der Badischen Zeitung (BZ) über das Nepal-Projekt.

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29.05.2021

Heute fand ein erneutes Online-Meeting des GRVD (German Rotary Volunteers Doctors) statt.                                                                                                Abrechnung des Jahres 2020. Entlastung des Vorstands, der Kassenführung und der Kassenprüfer.
Bericht der Koordinatoren der Hilfsprojekte in Ghana, Indien und Nepal.
Die Situation in Nepal ist verheerend, Corona bringt die medizinische Versorgung an ihre Grenzen. Personelle Unterstützung ist zur Zeit nicht möglich, das Spendenaufkommen des GRVD ist nach wie vor gut, reicht aber nicht den finanziellen Ausfall durch die „wegfallendenden“ Selbstzahler in den nepalesischen Krankenhäusern zu kompensieren.
Für die nächsten Wochen ist endlich der Container-Transport nach Nepal eingeplant.

23.02.2021

Für heute war die Verpackung der Spendengüter geplant.
Mit Hilfe von zwei jungen Männern (gleichzeitig Verpacker und Fahrer) wurden die an drei Standorten (TG unserer Tochter Theresa, TG Praxisklinik Stühlinger, Privat-Keller in Wittnau) eingelagerten Spendengüter verpackt und auf auf zwei Klein-LKW verladen.
Die Aktion begann nach anfänglichen „Holprigkeiten“ gegen 13:00h in der Praxisklinik im Stühlinger und endete gegen 21:00h bei uns zu Hause in Wittnau.
Am 24.02.2021 sollten die beiden LKW dann ihren Weg nach Ibbenbüren ins Zwischenlager antreten.
Für April 2021 sind die Verpackung in einen Container und der Transport nach Dhulikhel geplant.

05.02.2021

Der Weitertransport der Spendengüter aus Freiburg und Wittnau rückt näher, heute kam ein Mitarbeiter der Firma „Studentenhelfer Umzüge“ um sich vor Ort über die Menge des Spendengutes und die Verlademöglichkeiten zu orientieren. Der Transport per LKW nach Ibbenbüren soll noch im Februar stattfinden. Der GRVD hat in Ibbenbüren eine Lagerhalle aufgetan, wo das gesamte Spendengut in einen Container gepackt und von dort seine Reise nach Nepal antreten wird.

16.01.2021

GRVD-Online-Meeting, erneut mit einer großen Zahl an Teilnehmern.
Die politische Situation in Nepal ist sehr unsicher, nach wie vor ist Nepal eine Art „Spielball“ zwischen Indien und China.
Transporte von Spendengut nach Nepal sind möglich, aber in „Corona-Zeiten“ mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor belastet.
Die Genehmigungsverfahren zwischen den staatlichen Institutionen, dem GRVD und der Namasté-Stiftung sind schwierig und ständigen Änderungen unterworfen.

16.12.2020

Heute kam eine weitere Überraschung!
Eine gute Freundin, mit der wir vor einigen Jahren eine 3-wöchige Reise nach Myanmar machen konnten, offerierte mir aus einem ehemaligen Internet-Shop ihrer Tochter einen großen Restposten von T-Shirts (ca. 300 Stück). Meine Anfrage bei Sulekha Shrestha wurde umgehend positiv beantwortet, man könne die T-Shirts gut für Mitarbeiter des Dhulikhel Hospital gebrauchen!
Also werden 2-3 weitere Umzugskartons mit T-Shirts auf die Reise nach Dhulikhel gehen, hoffentlich mit dem nächsten Container im Frühjahr.

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200 – 300 gespendete T-Shirts aus einem ehemaligen Internet-Shop

30.11.2020

Anlässlich des abendlichen Online-Meetings des Rotary Club Hinterzarten konnte ich einen Vortrag über meinen 4-wöchigen Aufenthalt in Dhulikhel im November 2019 halten.
Die Zahl der Teilnehmer war mit über 30 Rotarischen Freunden sehr hoch. Nun hoffe ich, dass sich das Interesse an meinen Ausführungen durch eine vorweihnachtliche Spendenbereitschaft für Dhulikhel bestätigt.

28.11.2020

Heute fand ein weiteres Online-Meeting des GRVD statt. Ca. 30 Teilnehmer hatten sich eingewählt.
Im Frühjahr 2021 soll endlich ein Container nach Dhulikhel auf die Reise gehen! Die Verhältnisse in Nepal sind schwierig. Corona belastet die Wirtschaft und das Gesundheitssystem auf das schwerste.
Der GRVD unterstützt wo und wie er kann. Auch von Seiten der Politik wird die Situation nicht erleichtert. Willkürlich werden Genehmigungen für Volunteers verzögert und Krankenhäuser blockiert.

20.08.2020

Vor einigen Tagen wurde mir eine nicht gebrauchte, oszillierende Knochen- (Gips-) Säge mit Absaugvorrichtung angeboten, Neupreis ca. € 4.100.
Meine Rückfrage im Krh. von Dhulikhel ergab, dass man dieses Gerät sehr gut gebrauchen könne.
Die Spender aus Freiburg freuten sich, auch dieses Gerät fand in unserem Keller einen Platz für die Zwischenlagerung. Mit dem nächsten Container ist der Versand nach Dhulikhel geplant.

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Oszillierende Säge mit Absaugvorrichtung

18.07.2020

Von der Pathologischen Gemeinschaftspraxis Dres. Hellerich-Mattern-Nährig in Freiburg wurden 400 Schubladen-Container (30x30x40cm) aus Hart-Kunststoff zur Aufbewahrung von histologischen Präparaten angeboten (Neupreis ca. € 50.000).
Die Rückfrage beim Leiter der Pathologie in Dhulikhel, Ass. Prof. Ramesh Makaju wurde positiv beantwortet, man könne die Container gut gebrauchen.
Der große Container kann Corona-bedingt zur Zeit nicht abgeschickt werden, also mussten wir eine Lösung für ein Zwischenlager finden.
Auf den Tiefgaragenplätzen von unserer Tochter Theresa und mir bot sich ausreichend Fläche an. Unsere Tochter nutzt die TG ungern, ich brauche meinen Platz Dank des Teilruhestandes etwas seltener.
Mit einem gemieteten Kleintransporter wurden die Container am Samstag, 18.07.2020 unter Mithilfe von Jakob, Theresa und David Lowka aus dem Lager der Pathologischen Gemeinschaftspraxis auf die TG-Plätze transportiert und dort säuberlich gestapelt.
Sobald der große Container für Nepal gepackt wird, werden dann die Parkplätze und unser Keller in Wittnau wieder geräumt werden.

16.07.2020

Eigentlich wollten meine Frau Brigitta und ich im Oktober 2020 für drei Wochen nach Dhulikhel reisen, Corona-bedingt müssen wir diese Reise leider verschieben.
Die Reservierungen in der Dhulikhel-Lodge und im Namo-Buddha-Resort wurden storniert, auch in Nepal leiden Tourismus und Gastronomie!
Nun hoffen wir auf das Frühjahr 2021 mit Rhododendron-Blüte und gutem Blick auf den Himalaya.

16.05.2020

Das Corona-Virus beeinflusst alles, auch die Jahrestagung des GRVD!

Geplant war auch für dieses Jahr die Durchführung der Jahrestagung in Speyer, sie konnte nicht stattfinden. Statt dessen wurde vom Vorstand des GRVD eine Video-Konferenz organisiert und vorbereitet. Diese Konferenz fand am späten Vormittag des 16.05.2020 statt, es klappte hervorragend.

Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Dr. Jobst Isbary und der Leiterin des Sekretariates Julia Seifert nahmen ca. 50 Mitglieder des GRVD an dieser Sitzung teil. Natürlich war es für alle ungewohnt, sich über den Bildschirm und nicht im persönlichen Gespräch auszutauschen, aber es klappte.

Materialtransporte und persönliche Einsätze sind zur Zeit Corona-bedingt nicht möglich. Die Lage wird ständig neu beurteilt, um zum frühestens möglichen Zeitpunkt wieder mit den Hilfslieferungen und Einsätzen fortfahren zu können. Uneingeschränkt möglich ist natürlich der Transfer von Spendengeldern.

Der Zeitplan der Video-Konferenz konnte eingehalten werden, zum Schluss wurde zur nächsten Jahrestagung 2021 nach Erfurt eingeladen. Wir alle hoffen, dass wir uns dann wieder persönlich treffen können. Heiner Winker informierte über die 2021 in Erfurt stattfindende Bundesgartenschau, sicher ein weiterer Grund der Stadt Erfurt einen Besuch abzustatten.

23.04.2020

Heute erreichte mich eine weitere große Spende!
Unser jahrelanger Lieferant für den gesamten medizinischen Bedarf unseres ambulanten OP-Zentrums (Chirurgie im Stühlinger, Freiburg) hatte mir schon einigen Wochen einen Bestand an fabrikneuen chirurgischen Instrumenten zugesagt.
Neben den zur Zeit dringend benötigten Schutzmasken (Corona-Krise) brachte er mir heute die folgenden Instrumente, das Bild zeigt nur eine kleine Auswahl, im Schätzwert von € 2.000-3.000.

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Instrumenten-Spende für Dhulikhel-Hospital.
Hinzukommt noch ein komplettes Gerät zur Herstellung einer „Blutleere“ an Arm oder Bein (gebraucht, aber voll funktionsfähig).

29.02.2020

Und heute kamen als Ergänzung zum Reisebericht und als große Überraschung noch diese Bilder, die im Jahre 1957 in Nepal aufgenommen wurden.

Einen ganz herzlichen Dank für diese tollen Eindrücke!

88 Two girls & scooters (Bulgaria)
2 reiselustige 23-jährige Deutsche mit ihren Motorrollern auf dem Weg von Indien nach Nepal
63 Nepalese couple
Ein Nepalese („Knülle“) mit seiner Frau, der Begleiter der Nepal-Reisenden ins Langtang-Tal
74 House and snow
Der Käser Sepp Dubach, ein Schweizer Entwicklungshelfer
72 Kitchen scene
Abendliche Rast auf dem Rückweg nach Kathmandu, wohl in einer nepalesischen Hütte.
70 Der Temple Srayanbunath
Stupa von Boudhanath im Nord-Osten von Kathmandu

24.02.2020

Ich operierte heute eine inzwischen 86-jährige Patientin, die über den Artikel in der BZ auf meine Aktivitäten in Nepal aufmerksam geworden war.

Im Alter von 23 Jahren war sie (Sigrid) mit ihrer Freundin (Susanne) 3 Jahre unterwegs. Jeweils ein Jahr arbeiteten die beiden in Mexiko und Kanada, ein weiteres Jahr reisten sie gemeinsam. Unter anderem waren die beiden jungen Frauen mehrere Wochen in Indien und Nepal unterwegs.

Zur Operation brachte mir die Patientin einen Ausschnitt aus dem Reise-Tagebuch ihrer Freundin mit, dazu einen aktuellen Artikel aus der „Zeit“ vom 13. Februar 2020 über die Reise von Elke Büdenbender nach Nepal.

Der nachfolgende, gescannte Text aus dem Reisetagebuch ist fast 63 Jahre alt, wurde mit einer Schreibmaschine geschrieben und von mir unverändert übernommen. Wie man erkennen kann, hat sich die deutsche Sprache etwas verändert.

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21.02.2020

Immer wieder wurde ich von Freunden und Bekannten auf den Nepal-Artikel in der BZ vom 17.12.2019 angesprochen.

Ende Januar erreichte mich der Anruf eines Dialyse-Patienten (CAPD = Continuous ambulatory peritoneal dialysis): er brauche die Dialyse nicht mehr, habe aber zu Hause einen großen Posten Dialysematerial liegen, den er eigentlich nicht als Sondermüll entsorgen wolle. Seine Frage nach einer möglichen Verwendung in Nepal beantwortete ich erfreut mit ja, am 05.02.2020 erfolgte die Übergabe, entgegenkommender Weise transportierte der Spender das Material direkt in unsere Garage in Wittnau.

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Material zur CAPD in unserer Garage

Meine Rückfrage beim GRVD trübte dann meine Begeisterung. Material mit Flüssigkeit (z.B. Infusionen, Dialyse-Material) darf nicht per Container nach Nepal versandt werden! Was also mit dem ganzen Material anfangen?

Die Entsorgung über die Freiburger Abfallwirtschaft hätte mich zusätzliche, recht hohe Gebühren gekostet, für gespendete Ware wollte ich aber nicht auch noch Entsorgungsgebühren bezahlen!

Nach mehreren Rückfragen bei verschiedenen Institutionen zeigte sich dann die Dialyse-Abteilung der Universitäts-Klinik Freiburg bereit das Material zu übernehmen, man freute sich vollkommen unversehrtes Material weiter für den täglichen Gebrauch übernehmen zu können. Bemerkenswert, dass in unserer Zeit, wo alle eine zunehmende Bürokratisierung beklagen, solche unkonventionellen Problemlösungen möglich sind. Sehr erfreulich, dass man solche Werte nicht vernichten muss, sondern weiter verwenden kann!

Am 21.02.2020 transportierte ich das gesamte Material zur Dialyse-Abteilung der UKF, unsere Garage wurde frei für andere Hilfsgüter. Ein herzliches Dankeschön den Mitarbeitern der Dialyse-Abteilung.

24.01.2020

Aus Dhulikhel kam seitens der leitenden OP-Schwestern und der Handchirurgisch tätigen Ärzte die Bitte und Frage, ob Heiner Winker im Februar evtl. einige neue Scheren mitbringen könne. Meine Anfrage bei der Firma Aesculap, Tuttlingen wurde sofort positiv beantwortet.

Gespendet wurden die erbetenen Scheren, Wundspreizer und eine große Siebschale zur Aufbewahrung und Sterilisation von Instrumenten.

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Seitens der Ärzte und Schwestern sowie der regelmäßig ehrenamtlich am Dhulikhel-Hospital arbeitenden Ärzte ein ganz herzlicher Dank für diese großartige Spende!

Die Scheren wird Heiner Winker im Februar 2020 mit nach Nepal nehmen, der vom Volumen her größere Rest wird dann mit dem nächsten Container im Frühjahr 2020 seine Reise nach Dhulikhel antreten.

10.01.2020

„Auch Kleinvieh macht Mist!“ 

Eine Patientin meines Kollegen Dr. Hans-Joachim Krüger brachte, ebenfalls als Reaktion auf den Artikel in der Badischen Zeitung zwei sehr gut erhaltene Instrumente als Beitrag für Dhulikhel:

  1. – 1 Reflexhammer
  2. – 1 Nasen-Spekulum

02.01.2020

Der Artikel in der Badischen Zeitung wurde offensichtlich positiv zur Kenntnis genommen! Man sprach mich in den Folgetagen wegen möglicher Spenden für Dhulikhel mehrfach an.

Besonders freute mich das Angebot eines niedergelassenen Allgemein-Mediziners im Raum Freiburg. Nach mehrjährigem, vergeblichem Versuch einen Nachfolger für seine Praxis zu finden wollte er einen Teil seiner Praxisgeräte für Dhulikhel spenden.

Am 02.01.2020 konnte ich folgende Dinge in Empfang nehmen und bis zum Versand des Dhulikhel-Containers bei uns im Keller zwischenlagern:

– 1 Röntgenbild-Betrachter
– 1 Labor-Zentrifuge
– 1 Zeiss-Labor-Mikroskop
– 1 Photokopier-Gerät
– 1 FAX-Gerät
– 1 OP-Stehlampe
– 1 Roll-Tisch
– 1 Standwaage
– 5 Roll-Hocker

23.12.2019

Unsere Weihnachtskarte 2019

Advent 2019

Gedanken, die uns bewegen
Nach längerer Planung hatte ich im November 2019 zum ersten Mal die Gelegenheit mit meinem Freund und Examenskollegen Heiner Winker aus Erfurt am Krankenhaus von Dhulikhel nahe Kathmandu/Nepal zu arbeiten.
Die Arbeit an diesem Krankenhaus und die Zusammenarbeit mit den Nepalesischen Kollegen, Schwestern und Pflegern hat mich tief beeindruckt
(www.lowka-haende.blog) und ich werde im Herbst 2020 wieder nach Dhulikhel reisen.

Wie viele von Euch wissen, war ich ohne meine Frau Brigitta in Dhulikhel. Brigitta hat mich in dem Entschluss nach Nepal zu gehen sehr unterstützt. Ihre Meinung, es erst einmal alleine zu erleben war richtig. Beim nächsten Mal werden wir zusammen nach Dhulikhel reisen.

Bewegung
2015 hat sich in Nepal die Erde heftig bewegt, wir alle erinnern uns noch an die Berichte und Bilder. Noch immer erkennt man die Spuren des Erdbebens: zusammengefallene und schief stehende Häuser, provisorische Wellblechhütten.

Bewegung
Überall wird gebaut. Die anhaltende personelle und materielle Hilfe aus dem Ausland ermöglicht den Wiederaufbau in den Städten und den Dörfern auf dem Land.

Bewegung
Auch die Menschen in Nepal bewegen sich. Die Nepali sind sehr freundlich und kontaktfreudig, drängen sich aber nicht auf. Man respektiert sich gegenseitig, gewährt Freiraum.

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Bewegung
Drei Frauen in Bewegung. In Nepal tragen fast ausschließlich die Frauen schwere Lasten auf ihren Rücken und stützen die Last mit ihrem Kopf ab. Auch die Ziegel auf den Baustellen werden von den Frauen getragen! Drei Frauen tragen Holz und Laub aus dem Wald in ihr Dorf. Auch kleine Schritte führen so langsam zum Ziel!

Bewegung
Noch viel wird in Nepal bewegt werden müssen. Ein vordringliches Problem scheint mir auch in diesem Land der Umweltschutz zu sein. Noch immer staut sich Plastikmüll in Flüssen und Bächen, aber Anfänge sind erkennbar. Der aus Nordindien in der Presse beschriebene Smog hat auch Nepal erreicht. Eine Vielzahl von Nepalesen trägt Atemschutzmasken.

Sicher wird das zu einem Umdenken führen.

Brigitta und Klaus Lowka wünschen Euch Allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2020!

17.12.2019

Badische Zeitung, DIENSTAG, 17. DEZEMBER 2019, LOKALES

„Ich würde mich dort sofort operieren lassen“

LEUTE IM LANDKREIS: Der in Wittnau lebende und in Freiburg praktizierende Handchirurg Klaus Lowka engagiert sich für das nepalesische Dhulikhel-Hospital

Von Kathrin Blum

BZ - 17.12.2019, 17-42

Klaus Lowka (FOTO: KATHRIN BLUM, WITTNAU/FREIBURG)

Manche nutzen den Ruhestand, um ein Instrument oder das Faulenzen zu lernen. Andere entrümpeln die Wohnung. Und Klaus Lowka? Der beginnt – “ wie er es selbst formuliert“ – zu betteln. Für einen guten Zweck.

Der 69-jährige Freiburger Chirurg hospitierte jüngst für mehrere Wochen im nepalesischen Dhulikhel-Hospital und bittet nun um Spenden.

Nicht nur medizinische Utensilien und Mobiliar werden in Nepal gebraucht, sondern beispielsweise auch vermeintlich banale Dinge wie Arbeitshandschuhe. „Ich habe während meines Aufenthalts dort keinen einzigen Arbeiter mit Handschuhen gesehen“, sagt Klaus Lowka. Es sei deshalb nicht verwunderlich, dass immer wieder schlimme Arbeitsverletztungen der Hände behandelt werden müssten. Dieses Thema liegt dem Handchirurgen natürlich besonders am Herzen.

Lowka hat die Freiburger Praxisklinik im Stühlinger mitaufgebaut und operiert dort auch im „Teilruhestand“ immer noch Privatpatienten. Allerdings nur noch an zwei, anstatt wie früher an fünf Tagen. Einen Teil der gewonnenen Zeit will er nun nutzen, um sich zu engagieren.

Auf die Idee, als „German Rotary Volunteer Doctor“ nach Nepal zu gehen, brachte ihn sein früherer Kommilitone Heiner Winker, der sich seit mehreren Jahren für das Dhulikhel-Hospital engagiert. Lowka lobt die dortigen Chirurgen und betont, dass „man ihnen nicht zeigen muss, wie man das Messer führt“. Überhaupt sei Zurückhaltung angebracht, findet Lowka, der erklärt, dass die nepalesischen Ärzte ihr Handwerk so gut beherrschen, „dass ich mich sofort dort operieren lassen würde“.

Verbessert werden könne allerdings die Ausstattung, teilweise die Organisation in der Klinik und die Nachbehandlung von Patienten. So gebe es beispielsweise zwar Physio-, aber keine Ergotherapeuten.

Lowka operierte in Dhulikhel, zirka 25 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu entfernt, auch selbst, aber: „Das stand nicht im Vordergrund“. Viel mehr sei es um den Austausch gegangen, und darum, wie man konkret unterstützen könne.

Eine von vielen Ideen, die er mit in die Heimat nimmt, ist die Einrichtung einer Röntgegensprechstunde: „Die Kollegen schicken auf digitalem Weg Bilder und ich berate zu fest vereinbarten Zeiten, wie ich vorgehen würde.“

Vorstellen kann er sich auch einen Assistenten- und Pflegekräfteaustausch, möglicherweise in Zusammenarbeit mit der Freiburger Uniklinik. Schwerpunkt dabei sollte die Weiterbildung sein.

Bereits begonnen hat der Wittnauer damit, chirurgische Instrumente zu sammeln, die nach Nepal geschickt werden. Dafür ist er sich nicht zu schade, bei einschlägigen Firmen anzuklopfen. „Das Material muss nicht unbedingt neu sein, das können beispielsweise Vorführstücke von Messen sein, die gewöhnlich ohnehin nicht mehr verkauft werden.“

Auch Praxismöbel seien willkommen. „In der dortigen Klinik ist das Mobiliar ziemlich zusammengewürfelt – aber funktional.“

Um die Kommunikation des Klinikpersonals zu erleichtern, kann sich Lowka vorstellen, eine entsprechende App entwickeln zu lassen.

Eine weitere Idee, für die er sich bereits die Unterstützung einer Werbeagentur sichern konnte, sind große Tafeln, auf denen Bilder Erklärungen liefern – etwa wie Handverletzungen vermieden werden können, zur Hygiene nach dem Toilettengang oder was zu tun ist, wenn ein Wurmbefall vorliegt.

„Die Rate der Analphabeten in Nepal liegt zwischen 30 und 40 Prozent.“ Lowka glaubt allerdings, dass diese Quote in naher Zukunft sinken wird, weil der Bildungshunger groß sei, die Zahl der Schulen gewachsen ist und Kinder teils bis zu drei Stunden Fußmarsch auf sich nehmen, um den Unterricht besuchen zu können.

Noch weiter sind die Wege für manche Patienten. „Acht bis zehn Stunden sind einige unterwegs, bis sie in der Klinik ankommen.“ Weil aber kaum jemand krankenversichert sei, könne es passieren, dass ein Patient nach Diagnose und Aufklärung erstmal den langen Weg zurückfährt, um sich mit den Angehörigen zu besprechen, ob die Behandlung finanziell vertretbar ist. Geht es um lebensbedrohliche Krankheiten, könne auf Geld aus einem Charity-Fonds zurückgegriffen werden.

Ein Problem, das in Dhulikhel alle umtreibt, ist die schlechte Luftqualität. „Das Land leidet brutal unter Smog.“ So seien beispielsweise die Blätter von Bananenstauden, die eigentlich grün sein sollten, vor lauter Staub ganz braun. Im Argen liege es auch in Sachen Müllbeseitigung. „Lange Zeit wurde Abfall einfach in Flüsse gekippt oder am Straßenrand verbrannt.“ Glücklicherweise setze sich allerdings langsam durch, dass es so nicht weitergehen kann.

Um das Land näher kennenzulernen, nahm sich Lowka eine Woche Zeit, zu reisen. Sein ältester Sohn begleitete ihn dabei. Die Nepalesen erlebte er als „unglaublich entgegenkommend“. Unterhalten hat er sich mit ihnen auf Englisch. „Das war anfangs wegen des Akzents gewöhnungsbedürftig, ging nach ein paar Tagen aber ganz gut.“ Lowka ist von Nepal so angetan, dass er sich jetzt schon sicher ist: „Nächstes Jahr fliege ich wieder hin, dann mit meiner Frau.2

In einem Blog informiert Lowka über seine Reise: lowka-haende.blog

06.12.2019

Eine Überraschung zum Nikolaustag!

Während der Sprechstunde wurden mir von einem Spender, der nicht genannt werden möchte, chirurgische Instrumente im Schätzwert von € 10.000 – 20.000 überreicht. Die Instrumente sind ungebraucht und werden mit dem nächsten Spenden-Container nach Dhulikhel geschickt werden.

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Eine kleine Auswahl der gespendeten chirurgischen Instrumente

Dem Spender ein ganz großes Dankeschön!

02.12.2019

Am 29.11.2019 feierten wir mit Sulekha in Nargakot ihren 40. Geburtstag, die Schokoladen-Torte gab es dann am 02.12.2019 im OP des Dhulikhel Hospital:

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